O/Modərnt Kammarorkester

© Susan Poeschl

Das O/Modərnt Kammarorkester hat in den vergangenen Jahren bei Young Euro Classic schon mehrfach unter Beweis gestellt, wie kreativ es mit dem Begriff der „klassischen“ Musik umgeht. Ausgehend von ihrem Namen O/Modərnt – der sich mit „Un/Modern“ übersetzen ließe – machen es sich die Musiker zur Aufgabe, die Beziehungen zwischen den Werken alter Komponisten und den künstlerischen und intellektuellen Produkten der modernen Kultur neu zu erforschen. In diesem Sinne entstehen Programme von großer stilistischer Vielfalt – von Arrangements mittelalterlicher Motetten über Bach und Vivaldi bis zu Auftragswerken zeitgenössischer Komponisten und freien Improvisationen. Das O/Modərnt Kammarorkester ist fester Bestandteil des 2011 von Hugo Ticciati gegründeten Festivals O/Modərnt, das im Rokokotheater von Ulriksdal nahe Stockholm zuhause ist; außerdem hat es eine eigene Konzertsaison am Konzerthaus Musikaliska in Schwedens Hauptstadt.

Schweden / Indien
21. August 2017 20:00

Konzerthaus, Berlin

Gregor Burgenmeister

Als Jugendlicher stand Gregor Burgenmeister selbst als Pianist auf der Bühne. Nach seinem Schulabschluss jedoch entschied er sich, das Musizieren lieber anderen zu überlassen und sich mit dem Film einer anderen Kunstform zuzuwenden. Von da an beschritt er seinen Weg als Programmmacher beim Filmfest Hamburg, als Lektor bei Studio Hamburg und in verschiedensten Positionen bei Film- und Fernsehproduktionen. Dort lernte er über die Jahre zu schätzen, was wesentlicher Bestandteil für einen jeden Medienmacher ist: das gute Erzählen spannender Geschichten. Nicht zuletzt seine alte Jugendliebe, die Musik, bewegte ihn schließlich dazu, sich nun doch auch beruflich mit ihr zu beschäftigen. Und so gründete er, unerschrocken von der Printkrise, 2005 in Hamburg das Magazin concerti mit eben solchen spannenden Geschichten rund um die klassische Musik und umfassenden Kalendarien. Und die Entwicklung concertis zum führenden Klassikmagazin in Deutschland nahm einen so einfachen wie plausiblen Anfang: „Das war Eigenbedarf. Mir hat so ein Heft gefehlt.“

 

 

Pate des Abends
Hugo Ticciati

© Marco Borggreve

Das musikalische Wirken des schwedischen Violinisten Hugo Ticciati ist von grenzenloser Neugier geprägt. Der 37-Jährige, Bruder des designierten DSO-Chefdirigenten Robin Ticciati, schließt Literatur, Philosophie, Spiritualität und Meditation gleichermaßen ein wie Tanz und kinetisches Malen. Er spielt die klassischen Violinkonzerte, aber er stürzt sich auch mit großer Vehemenz in die zeitgenössische Musik. Ticciati hat Werke von Takemitsu, Schtschedrin, Glass und Lera Auerbach in seinem Repertoire, außerdem brachte er in letzter Zeit Konzerte von Albert Schnelzer, Sergej Jewtuschenko und Tobias Boström zur Uraufführung. Er macht leidenschaftlich gern Kammermusik, so mit der Schlagzeugerin Evelyn Glennie, den Pianisten Angela Hewitt und Olli Mustonen oder dem Posaunisten Nils Landgren. Darüber hinaus ist Hugo Ticciati Künstlerischer Leiter des O/Modernt Kammarorkester, das seinen Sitz am Konzerthaus Musikaliska in Stockholm hat.

www.hugoticciati.com

Violine, Künstlerischer Leiter
Matthew Barley

© Nick White

Der britische Cellist Matthew Barley, Jahrgang 1965, ist wie Hugo Ticciati ein musikalischer Grenzgänger, der engagiert zwischen Klassik und Improvisation, elektronischen Klängen und pädagogischen Projekten hin und her wechselt. Dabei arbeitete er mit so unterschiedlichen Künstlern wie Jon Lord (von Deep Purple), Sultan Khan, Django Bates und den Jazzpianisten Julian Joseph und Nikki Yeoh zusammen. Barley brachte zahlreiche Cellowerke, darunter von Detlev Glanert, John Metcalfe, John Woolrich oder James McMillan, zur Uraufführung. 2013 widmete er sich dem 100. Geburtstag Benjamin Brittens mit etwa 100 Auftritten und Workshops. 1997 gründete der Cellist sein Ensemble „Between the Notes“, mit dem er seitdem über 60 Education Projekte mit jungen Musikern realisiert hat. Mit seiner Ehefrau, der Geigerin Viktoria Mullova, und „Between the Notes“ nahm er 2000 die CD „Through the Looking Glass“ mit Stücken von Alanis Morissette über Miles Davis bis George Harrison auf.

www.matthewbarley.com

Violoncello
Sukhvinder Singh

© Arshad Chaudhry

Aufgewachsen in der heiligen Stadt Sri Bhaini Sahib im Punjab, begann Sukhvinder Singh schon früh, das Trommel-Instrument Dholak zu spielen. Durch seine Mischung aus Virtuosität, Spontanität und musikalischer Ausstrahlung begeistert er als Tabla-Spieler seit langem sein Publikum in Indien, Europa und den USA. Dabei hat er mit namhaften Landsleuten wie Ravi Shankar, Ustad Vilayat Khan und Ustad Amjad Ali Khan musiziert. 1994 erhielt Sukhvinder Singh einen Grammy für das Musikprojekt „A Meeting by the River”.

www.sukhvinderpinky.com

 

 

Tabla
Soumik Datta

Der britisch-indische Sarod-Spieler Soumik Datta versteht sich als musikalischer Brückenbauer zwischen klassisch-indischer und zeitgenössischer Musik. Dabei hat er mit Künstler wie Beyonce, Jay-Z, Bill Bailey und Akram Khan zusammengearbeitet. 2015 schrieb er für den belgisch-marokkanischen Choreografen Sidi Larbei Cherkaoui die Musik zu dessen international gefeiertem Tanztheaterstück „Fractus V“; zuletzt realisierte er das Filmprojekt „Lost Musicians of India“.

 

 

Sarod

ARVO PÄRT

„Silouan’s Song“ für Streichorchester (1991)

PĒTERIS VASKS

„Fernes Licht“ Konzert für Violine (1997)

und Improvisationen mit Tabla, inspiriert von Werken von Pēteris Vasks, Sultan Khan und den Beatles – und vieles mehr.

PROGRAMM: Von der Ostsee zum Himalaya
Über Grenzen ins Fremd-Vertraute

Das O/Modərnt Kammarorkester aus Stockholm hat bei  Young Euro Classic schon mehrfach unter Beweis gestellt, dass es keinerlei Berührungsängste mit nicht-klassischen Zeiten, Stilen und Instrumenten kennt. So auch in diesem Sommer, wenn die Musiker unter ihrem charismatischen Leiter Hugo Ticciati eine weite Reise von der Ostsee zum Himalaya antreten. Schon Silouan’s Song des Esten Arvo Pärt ist mehr als Musik, nämlich eine Reise in die geistige Welt des Hl. Siluan vom Berg Athos. Als „Nahrung für die Seele“ komponierte auch der lettische Komponist Pēteris Vasks 1997 sein Violinkonzert „Fernes Licht“. Von dessen suggestiven Werken lässt sich das O/Modərnt Kammarorkester gemeinsam mit dem indischen Tablaspieler Sukhvinder Singh im zweiten Teil seines Festivalkonzerts inspirieren – und schließt bei seinen Improvisationen weitere ganz unterschiedliche Künstler wie John Tavener, Sultan Khan und sogar die Beatles mit ein. Ein Konzert, das die Herzen, Ohren und alle übrigen Sinne öffnet!

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