Friedrich Merz

Pate des Konzertabends mit dem Central European Initiative Youth Orchestra (International) am 14. August 2007

Unwahrscheinlich, dass man seine Biographie so kurz hinkriegt, dass sie auf einen Bierdeckel passt. Aber man kann es ja mal probieren: Jahrgang 1955, bekennender Sauerländer, Jurastudium in Bonn, Referendar und Richter in Saarbrücken, 1989 Abgeordneter Europaparlament, 1994 Mitglied des Bundestages, 2000 Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion, 2002 Stellvertretender Vorsitzender, Rücktritt, seit 2004 einfacher Abgeordneter – und bei der nächsten Bundestagswahl will er nicht mehr antreten… Wahrscheinlich schon zu viel für einen Bierdeckel. Aber viel zu wenig für eine der glanzvollsten und kürzesten Polit-Karrieren in der Geschichte der Bundesrepublik. Auch die Leute, die ihn nicht mögen (es gibt davon mehrere, gerade auch in seiner eigenen Partei), bestreiten nicht, dass Friedrich Merz eines der größten politischen Talente ist. Dass er Ideen hat, Konzepte (wie die berühmte Steuerreform, die so einfach ist, dass sie auf einen Bierdeckel passt). Dass er reden kann und einer der wenigen ist, die einem wie Oskar Lafontaine rhetorisch, intellektuell und inhaltlich das Wasser reichen, vielleicht sogar abgraben können. Dass es der CDU, der Regierung und der Republik gut täte, wenn er weiter dabei wäre. Aber da es mit Angela Merkel und ihm nicht so richtig funktioniert, geht das wohl nicht. Deshalb konzentriert sich Friedrich Merz zurzeit aufs Geldverdienen. Das ist zwar nicht schlecht (für ihn!), aber auch keine Lösung (für Deutschland?). Das jetzt auszudiskutieren, sprengt jedoch nicht nur den Rahmen eines Bierdeckels, sondern auch dieses Programmheftes. Deshalb nur noch ganz kurz: Wir freuen uns von Herzen, dass Friedrich Merz heute die Zeit gefunden hat, Pate zu sein für das Central European Initiative Youth Orchestra. Dies ist zwar eine Nebentätigkeit, wird aber nicht bezahlt und muss dem Bundestagspräsidenten deshalb nicht gemeldet werden (zur Erinnerung für die, die im Frühsommer in Urlaub waren: Friedrich Merz hatte beim Bundesverfassungsgericht gegen die Offenlegung der Nebeneinkünfte von Bundestagsabgeordneten geklagt. Sonst verstehen sie den Gag nicht…)

Friedrich Merz
Mitglied des Deutschen Bundestages