Theo Sommer
Pate des Konzertabends mit dem Juilliard Orchestra (USA) am 22. August 2005
Er hat die „Zeit“ geprägt: Theo Sommer, einer der wenigen ganz großen Journalisten der Nachkriegszeit. 1958 stieß er zu Deutschlands wichtigstem Wochenblatt, leitete es 20 Jahre als Chefredakteur, war dann – zusammen mit Gräfin Dönhoff und Helmut Schmidt – Herausgeber; jetzt ist er „editor at large“ der ZEIT, was freche Freunde mit „frei schweifender Autor“ übersetzen. Vor kurzem ist Theo Sommer 75 geworden – und tanzte auf seiner Geburtstagsfeier bis 6 Uhr in der Früh. „Seine Vitalität ist berüchtigt“, schrieb Klaus Harpprecht, „die intellektuelle und die physische“. In reifen Jahren wurde er noch einmal Vater – „Leute wie ich machen sich ihre Enkel selber…“
Mehr als 50 Jahre hat Theo Sommer für die ZEIT gearbeitet, war der Garant ihrer Liberalität und die Verkörperung ihrer Internationalität. Schon als Student ging er nach Amerika, saß im Seminar bei Henry Kissinger. Internationale Beziehungen, Sicherheitspolitik und die Bundeswehr zählten zu seinen Lieblingsthemen, für den Verteidigungsminister Helmut Schmidt baute er vor 35 Jahren den Planungsstab auf, in Washington geht er ein und aus – egal welche Partei gerade an der Macht ist. Theo Sommer hat sich sein Leben lang bemüht, brillante junge Leute von beiden Seiten des Atlantiks zusammen zu bringen, seine Erfahrungen an sie weiterzugeben. Einen besseren Paten für das „Juilliard Orchestra“ gibt es nicht in Deutschland!

