Theo Koll
Patin des Konzertabends mit dem National Youth Orchestra of Scotland (Großbritannien) am 10. August 2005
Einen besseren Paten hätten wir für das nationale Jugendorchester aus Schottland wohl kaum finden können: Theo Koll sieht immer aus wie ein richtiger Gentleman von der britischen Insel. Das liegt nicht nur in seinen Genen, sondern hat auch seinen Grund: Er hat unter anderem in London studiert und wurde schon als 35-Jähriger vom ZDF zum Korrespondenten und Leiter des Studios in der britischen Hauptstadt gemacht. So etwas prägt...
Sieben Jahre lang berichtete er mit fast britischem Witz und großer Sachkenntnis von der glorreichen Insel. Im Jahr 2001 trat er in Berlin ein schwieriges Erbe an: Das ZDF hatte die „Frontal“-Frontmänner Hauser und Kienzle in Pension geschickt; als Stellvertretender Redaktionsleiter und Moderator von „Frontal 21“ musste Theo Koll die beiden vergessen machen. Das ist gelungen: „Frontal 21“ war im letzten Jahr das meistgesehene Polit-Magazin im deutschen Fernsehen. Nicht zuletzt dank des souveränen und fast schon britisch zurückgenommenen Moderators, der 1958 in der Nähe von Köln geboren wurde, Politische Wissenschaften, Neuere Geschichte und Staatsrecht studierte und erste journalistische Erfahrungen beim Deutschlandfunk, bei dpa, beim Bayerischen und beim Norddeutschen Rundfunk sammelte – und natürlich auch beim Bonner Büro der „Times“... In Deutschland fehlt ihm die politische Gesprächskultur, „ein Bewusstsein dafür, dass Rhetorik etwas Wunderbares ist. Im Unterhaus geht es neben politischen Inhalten auch um rhetorisches Können. Das ist unterhaltsamer, deshalb aber nicht weniger substantiell“.

