Peer Steinbrück
Pate des Konzertabends mit den Young Euro Classic Kammerensembles Deutschland - China (International) am 15. August 2007
Hat der Mann auf seine späten Tage einfach Glück – oder ist er so gut? Peer Steinbrück hat, aus heutiger Sicht, alle Chancen, als einer der großen Finanzminister der Nachkriegszeit in die Geschichte der Bundesrepublik einzugehen. Im Mai konnte er verkünden, in den nächsten 4 Jahren sei mit Mehreinnahmen von satten 180 Milliarden Euro (rund gerechnet, so genau wissen das nicht mal die Steuerschätzer und der Finanzminister selber) zu rechnen. Das heißt: In ein paar Jahren schon könnte eine „historische Trendwende“ erreicht werden, ein ausgeglichener Bundeshaushalt – zum ersten Mal seit 40 Jahren! Die Konjunktur blüht, die Arbeitslosenzahlen sinken, die Einnahmen steigen – alles läuft deutlich besser, als die Große Koalition bei Amtsantritt hoffen konnte, trotz der saftigen Mehrwertsteuer-Erhöhung… Noch mal also die Frage: Bloß Glück? Oder Können?
Steinbrück selber würde dazu wahrscheinlich ein trockener Witz einfallen. Dass der Mann nicht nur eine Menge Sachverstand besitzt, sondern ähnlich viel Humor, hat sich in Berlin inzwischen herumgesprochen. Vorbei die Zeiten, da ihn WDR-Moderator Plasberg („Hart aber fair“) ungestraft fragen konnte: „Wie sieht denn Ihr Keller aus?“ – Steinbrück: „Wieso? Ganz normal, wie jeder Keller“. – Plasberg (sinngemäß): „Ach, ich dachte, der wäre besonders komfortabel eingerichtet. Weil man doch weiß, dass Sie zum Lachen in den Keller gehen“… Damals war Steinbrück gerade Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen geworden, als Nachfolger von Wolfgang Clement, den Bundeskanzler Gerhard Schröder 2002 zum Superminister für Wirtschaft und Arbeit berufen. Steinbrück, gebürtiger Hamburger, unverkennbarer Norddeutscher, gelernter Diplom-Volkswirt und Beamter in verschiedenen Landesregierungen, am Ende Finanzminister von NRW, galt als wandelnde Zahlenkolonne und total humorfrei. Legte dann aber eine ansehnliche Regierungsbilanz und einen fulminanten Wahlkampf in NRW hin, obwohl er verlor und Schröders Entscheidung zu vorgezogenen Neuwahlen 2005 auslöste. Jetzt zählt er zu den wenigen echten Stützen der Großen Koalition und der SPD. Und wird heute beweisen, dass er nicht nur eine Menge Humor, sondern ebenso viel Sinn für Kultur und Musik hat.
Peer Steinbrück
Bundesminister der Finanzen

