Leonard Lansink
Pate des Konzertabends mit den Young Euro Classic Kammerensembles China-Deutschland (International) am 5. August 2008
Hätte es Leonard Lansink nicht schon gegeben – er hätte wohl für die Rolle des Georg Wilsberg geschaffen oder erfunden werden müssen. Denn es fällt schwer, sich einen Schauspieler vorzustellen, der besser diesen reichlich eigenwilligen münsterschen Privatdetektiv verkörpern könnte als Lansink, dieser Mann mit dem so harmlos wirkenden Charakterkopf, der seine Figur als „vollschlank“ angibt, grüne Augen hat und gerne reitet. Seit 1997 bringt Lansink/Wilsberg nunmehr Unruhe in die sonst so friedliche Westfalen-Metropole, in der er eigentlich ein Buchantiquariat betreibt, aber ständig in Kriminalfälle verwickelt wird, bei deren Auflösung er immer anderer Leute Autos fahren muss. Mit anhaltendem Erfolg und sichtbarem Spaß ist Lansink alias Wilsberg im Schatten der Lambertikirche kapitalen Verbrechen auf der Spur – seinem münsterschen „Tatort“-Kollegen kann er durchaus das Wasser reichen; nach 24 Folgen ist „sein“ Wilsberg längst Kult! Charakterköpfe sind allemal Lansinks Stärke, ob er nun im „Kondom des Grauens“ mitspielte, in „Knockin’ on Heaven’s Door“ an der Seite von Til Schweiger oder – in seiner ersten Kino-Hauptrolle – 2002 als eigenbröt-lerischer Familienvater in „Mein erstes Wunder“. In „echten“ Krimiserien ist der gebürtige Münsterländer auch schon des Öfteren aufgetreten, ob nun in „Ein Fall für Zwei“, „SoKo 5113“ oder „Polizeiruf 110“. Andererseits hat der Schauspieler auch ein Faible für die musikalischen Seiten des Lebens: Er übt sich auf der Querflöte und hat seinen gepflegten Bassbariton während des Studiums an der Folkwanghochschule Essen professionell ausbilden lassen. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen, um als Pate des heutigen Abends auf der Bühne zu stehen, auch wenn er die Paten-Rede angeblich nicht singen will...

