Kerstin Müller
Patin des Konzertabends mit dem Jugendorchester der Slowakischen Musikgesellschaft (Slowakische Republik) am 12. August 2004
Seit sie die bisher höchste Sprosse auf ihrer Karriereleiter erklommen hat – nach den letzten Bundestagswahlen wurde Kerstin Müller Staatsministerin im Auswärtigen Amt –, ist es in der Öffentlichkeit ein bisschen stiller um sie geworden. Das war früher anders. 1994 kam die Grüne in den Bundestag und wurde gleich Fraktionssprecherin, an der Seite von Joschka Fischer. Keine leichte Aufgabe für die damals gerade noch 30-Jährige. „Man lässt sich doch nicht von einer Frau, noch dazu von einer jungen Frau, die Welt erklären,“ sagt sie im Rückblick schmunzelnd. Sie hat den Sprung ins kalte Wasser gemeistert – und auch die vielleicht noch schwierigere Phase nach dem Eintritt der Grünen in die Bundesregierung von Gerhard Schröder. Wieder wurde sie Fraktionschefin, 1998, diesmal im Doppelpack mit Rezzo Schlauch, und musste dafür sorgen, dass die damals noch recht eigenwilligen Grünen bei der Koalitions-Stange blieben.
Für ihre erfolgreiche Rolle als Fraktionsdompteuse wurde sie 2002 mit dem Amt der Staatsministerin AA belohnt und kümmert sich nun auf allen Kontinenten dieser Erde um den Kampf gegen Hunger und Armut, versucht das Flüchtlingselend zu mildern und die Rechte der Frauen zu stärken. Aber in der Außenpolitik wird halt nur einer wahrgenommen: Joschka Fischer. Die schwarzhaarige Grüne nimmt das mit Gelassenheit. An den Erfolgen – zum Beispiel die EU-Erweiterung, der Beitritt von Ländern wie der Slowakei – hat sie schließlich auch ihren Anteil. „Berlin tickt männlich,“ sagte Kerstin Müller mal, aber das werde sich ändern: „denn Frauen sind einfach gut.“

