Gerd Albrecht

Pate des Konzertabends mit dem Bundesjugendorchester (Deutschland) am 8. August 2004

Den Dirigenten Gerd Albrecht kann man mit Fug und Recht als eine der profiliertesten Persönlichkeiten des deutschen Musiklebens bezeichnen. Er dirigiert nicht bloß – und das sehr erfolgreich - , sondern er tut weitaus mehr, um ein neues, vor allem junges Publikum für die Musik zu begeistern. So hat er bis heute 50 TV-Filme und CDs für Kinder und Jugendliche dirigiert und moderiert sowie Kinderbücher geschrieben. 1989 gründete Albrecht die Hamburger Jugendmusikstiftung, die er bis heute finanziert. Wesentlicher Bestandteil ist ein „Klingendes Museum“ für Kinder, von dem es inzwischen auch einen erfolgreichen Ableger in Berlin gibt.

Als Dirigent hat Gerd Albrecht, der 1962 mit gerade einmal 27 Jahren jüngster deutscher Generalmusikdirektor in Lübeck wurde, mehr als einmal Pionierarbeit geleistet. Viele zeitgenössische Komponisten – von Aribert Reimann, Hans Werner Henze und Krzysztof Penderecki bis Wolfgang Rihm und György Ligeti – vertrauten ihm Werke zur Uraufführung an; zu Unrecht vergessene Komponisten wie Viktor Ullmann, Hans Krasa, Louis Spohr und Franz Schreker holte er aus der musikalischen Versenkung zurück ans Tageslicht.

Besonders erfolgreich war Albrecht als Generalmusikdirektor der Hamburgischen Staatsoper zwischen 1988 und 1997; derzeit bekleidet er Chefpositionen in Tokyo sowie beim Dänischen Radio-Sinfonieorchester in Kopenhagen. Und wenn er heute Abend das Bundesjugendorchester bei Young Euro Classic begrüßt, dann ist das eine Wiederbegegnung der freundschaftlichsten Art; zuletzt hat das BJO vor zwei Jahren im Konzerthaus gespielt – unter Gerd Albrecht.