Dr. Frank-W. Steinmeier
Fraktionsvorsitzender der SPD, Bundesminister des Auswärtigen a.D.
Pate des Konzertabends mit dem Orchester Shalom Berlin
Musikalische Begegnung Israel-Deutschland am 19. August 2010
Er sei „besser als Obama“, soll ein junger Mann im bayerischen Vorwahlkampf über ihn gesagt und ich ganz schnell ein Autogramm besorgt haben – schrieb der „Stern“ Mitte Juli über den neuen Hoffnungsträger der verzweifelten Sozialdemokratie. Noch vor einem Jahr glaubte kaum einer der so genannten politischen Beobachter in Berlin, dass Frank-Walter Steinmeier überhaupt für Wahlkämpfe, Bierzelte und die Kanzlerkandidatur geeignet sei. Inzwischen glauben dieselben Leute ganz fest, dass er es wird – und dass er es könnte. Und Steinmeier selbst? Lächelt und schweigt. Wie schon so oft in seinem Leben. Er ist keiner von denen, die sich nach vorne drängen, die – wie sein Mentor Gerhard Schröder – an den Gittern der Macht rütteln und schreien, dass sie da rein wollen. Steinmeier hat viele Jahre lang geschwiegen, gelächelt und seine Arbeit gemacht: Nach dem Jurastudium landete der Westfale vom Jahrgang 1956 bald in der niedersächsischen
Staatskanzlei und an der Seite Schröders. Dem hielt er als Leiter der Staatskanzlei in Hannover und als Chef des Bundeskanzleramtes perfekt und fast pannenfrei den Laden zusammen. Von eigenen politischen Ambitionen war nie die Rede. Umso größer die Überraschung, als Frank-Walter Steinmeier nach dem Ende der rot-grünen Ära 2005 vom Chef-Beamten zum Chef-Diplomaten avancierte. Und dann bald zu einem der beliebtesten Politiker im Lande. Und bald danach zum Vizekanzler. – Und nun bald zum Kanzlerkandidaten? Auf diese Frage wird Frank-Walter Steinmeier erst „zum geeigneten Zeitpunkt“ antworten. Bis dahin wird er lächeln und seine Arbeit machen…

