Daniel Libeskind

Daniel Libeskind hat Berlin mit einem Jahrhundertbauwerk, mit „seinem“ Jüdischen Museum, eine jahrelange leidenschaftliche Debatte beschert. Dies hat der kulturellen und politischen Elite der Stadt in den Jahren nach der Wende hoffentlich geholfen, aus dem Provinzialismus der Mauer-Zeiten heraus in die neue bundes- und weltpolitische Rolle hinein zu finden. Der gefeierte Architekt nennt das neue Bauen in Berlin „uninspiriert, mittelmäßig, ausdruckslos, ein Nicht-Event“ und hofft, „dass die nächste Phase architektonisch phantasievoller sein wird“.

Er galt einst als musikalisches Wunderkind – mit 11 Jahren gewann er einen Talent-Wettbewerb gegen Daniel Barenboim, mit 13 trat er als Solist in der Carnegie Hall auf. Über die Malerei und die Mathematik fand er zur Architektur, in der er jetzt sein überraschendes Talent auslebt.