Chor und Orchester der Elisabeth University of Music, Hiroshima

Die Elisabeth University of Music spielt als private katholische Hochschule eine herausragende Rolle im akademischen Lebens Japans. Gegründet nur kurze Zeit nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima von dem Jesuitenpater Ernest Goossens, erhielt sie 1948 ihre offizielle Anerkennung als Hiroshima School of Music. 1963 erfolgte die Erweiterung zur Hochschule in ihrer endgültigen Form; schon vorher hatte die musikliebende belgische Königin Elisabeth das Patronat übernommen. Regelmäßiger Austausch verbindet die Elisabeth University mit Partneruniversitäten in Korea, China und Vietnam wie auch mit dem Trinity College in London und dem Koninklijk Conservatorium Brüssel. Ihre Studenten kommen aus ganz Asien wie aus Europa und Nordamerika. Das Orchester besteht aus 60 Musikerinnen und Musikern aus den höheren Semestern und dem Abschlussjahrgang 2017 der Elisabeth University. Hinzu kommt ein 60 Personen umfassender Chor der Hochschule.

Japan
26. August 2017 20:00

Konzerthaus, Berlin

Jonathan Stockhammer

© Marco Borggreve

Vor allem als Dirigent zeitgenössischer Opernpartituren hat sich der US-amerikanische Musiker Jonathan Stockhammer in den letzten Jahren international einen Namen gemacht. Direkt nach dem Musikstudium in seiner Heimatstadt Los Angeles kam Stockhammer nach Deutschland, wo er vielfältige Erfahrungen mit dem Ensemble Modern, der MusikFabrik und dem Ensemble Resonanz sammelte. Aus den jüngsten Produktionen ragen die Aufführungen von Peter Eötvös’ Tri sestri an der Wiener Staatsoper und von Georg Friedrich Haas’ Koma bei den Schwetzinger Festspielen hervor. In Berlin trat Stockhammer bei den Festivals Ultraschall und MaerzMusik auf. Nahezu grenzenlos ist seine Neugier auf andere Musikgenres. So dirigierte der in Berlin lebende Dirigent das Ensemble Modern für eine CD mit Werken von Frank Zappa und arbeitete mit den Pet Shop Boys für eine neue Filmmusik zu Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin zusammen. Die Liveaufnahme The New Crystal Silence mit Chick Corea, Gary Burton und dem Sydney Symphony Orchestra erhielt 2009 einen Grammy.

www.jonathanstockhammer.com

 Dirigent
Yoshiko Kobayashi

Yoshiko Kobayashi ist Absolventin der Elisabeth University of Music. Anschließend besuchte sie das Prayner Konservatorium in Österreich und absolvierte den postgradualen Studiengang „Lied und Oratorium“ an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Außerdem gewann sie den ersten Preis beim 10. Osaka International Music Competition und erhielt den Grand Prix beim Grand Final. Zu ihrem Opernrepertoire zählen die Königin der Nacht (Zauberflöte), Susanna (Die Hochzeit des Figaro) und Frasquita (Carmen). Yoshiko Kobayashi lehrt heute als Dozentin an der Elisabeth University.

 

 

 Sopran
Miyuki Fujii

Die Mezzosopranistin Miyuki Fujii studierte Gesang an der Osaka University of Arts. Während ihres Studiums debütierte sie bereits als Fürstin in Puccinis Suor Angelica und war später u.a. als Carmen und Suzuki in Madama Butterfly zu erleben. Beim „Festival di Milano Musica“ war Miyuki Fujii Solistin in der Aufführung des Orchestra sinfonica nazionale della RAI mit Toshio Hosokawas Voiceless voice in Hiroshima.

 

 

 

 

 Mezzosopran
Dietrich Mattausch

© Gerhard Kassner

Burgtheater Wien, Schauspielhaus Hamburg, Residenztheater München – Dietrich Mattausch ist auf allen wichtigen Bühnen im deutschsprachigen Raum zu Hause. Und natürlich auf dem Bildschirm: „Der Fahnder“, „Traumschiff“, „Tatort“, viele Krimis aber auch jede Menge ernste Rollen wie in der „Wannsee-Konferenz“. Mattausch zählt zu den bekannten Schauspielern Deutschlands – im Fernsehen und auf den Brettern, die gerade auch für ihn die Welt bedeuten. Dabei kam der erst auf Umwegen zu seinem Traumberuf, quälte sich durch eine Lehre als Speditionskaufmann, nahm nebenbei Schauspielunterricht, tingelte dann relativ lange auf Provinzbühnen herum und schaffte erst mit Mitte dreißig den Durchbruch. Dann aber richtig! Hochgewachsen, mit schütterem Haar gilt er als Idealbesetzung für Banker, Ärzte, Direktoren oder hohe Beamte. Da gibt er dann oft den eiskalt berechnenden Typ oder den zynischen Intellektuellen. Im Privatleben ist er ganz anders: amüsant, neugierig, offen, engagiert und sehr nachdenklich. Neben dem Theater gilt seine Liebe der Musik. Gut für Young Euro Classic: Das Festival begleitet er von Anfang an, seit siebzehn Jahren, mit großem Engagement und tiefer Freundschaft.

Sprecher

LUDWIG VAN BEETHOVEN

„Meeresstille und glückliche Fahrt“ op. 112 (1815)

FRANZ SCHUBERT

Symphonie Nr. 7 h-Moll D 759 „Die Unvollendete“ (1822)

TOSHIO HOSOKAWA

„Sternlose Nacht“ für für zwei Soprane, zwei Sprecher, Chor und Orchester (2010)

19:00 Uhr: Konzerteinführung mit Dr. Dieter Rexroth im Werner-Otto-Saal — Einlass mit Konzertticket um 18:45 Uhr

PROGRAMM

Sie machen den weiten Weg aus Hiroshima nach Berlin, um ein ganz besonderes Werk ihres Landsmanns Toshio Hosokawa aufzuführen: Der bedeutendste japanische Komponist schrieb Sternlose Nacht 2010 in Erinnerung an die verheerenden Bombenabwürfe im Zweiten Weltkrieg auf Hiroshima und Dresden und verwendete dabei Texte von Zeitzeugen. Außerdem nahm er mit Solisten, Chor und Orchester nicht zufällig Bezug auf Beethovens Neunte, die ja gerade in Japan Kultstatus genießt. Beethoven selbst ist im ersten Teil beim Konzert mit dem Chor und Orchester der Elisabeth University of Music zu erleben – mit seiner Konzertouvertüre Meeresstille und glückliche Fahrt. Abgerundet wird das Programm der japanischen Musikstudenten mit einem Klassiker des symphonisches Repertoires, der „Unvollendeten“ von Franz Schubert.

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