Theo Koll
Pate des Konzertabends mit dem Bundesjugendorchester (Deutschland) am 4. August 2008
Seine Moderationen sind kurz und präzise, pointiert und geschliffen, mit hintergründigem Witz garniert. Theo Koll schwingt nie den Säbel, geht dafür aber umso eleganter mit dem Florett um. 2005 erhielt er den Bayerischen Fernsehpreis, ein Jahr später den Hanns-Joachim-Friedrichs- Preis und den Goldenen Prometheus, 2007 die Goldene Kamera. Kaum ein politischer Journalist hat in den letzten Jahren so viele Auszeichnungen eingesammelt wie er. Dabei war es kein leichtes Erbe, das er 2001 antrat: Das ZDF hatte seine meinungsstarken „Frontal“-Frontmänner Hauser und Kienzle in Pension geschickt; als Moderator und Stellvertretender Redaktionsleiter des neuen Formats „Frontal21“ sollte Theo Koll die beiden vergessen machen. Das ist gelungen – wie fast alles in seinem bisherigen Journalisten-Leben. Nach dem Studium der Politischen Wissenschaften, der Neueren Geschichte, Soziologie und Staatsrecht volontierte er beim NDR und wurde schon 1993, mit 35 Jahren, Studioleiter des ZDF in London. Die sieben Jahre auf der britischen Insel haben seinen Stil und sein Auftreten geprägt. In Deutschland vermisse er die politische Gesprächskultur, sagte er später, „ein Bewusstsein dafür, dass Rhetorik etwas Wunderbares ist. Im Unterhaus geht es neben politischen Inhalten auch um rhetorisches Können. Das ist unterhaltsamer, deshalb aber nicht weniger substantiell“. Und so achtet er darauf, dass auch sein Berufsleben nicht nur von der Alltagspolitik dominiert wird: Seit 2006 moderiert Theo Koll auf 3sat das Theatermaga-zin „Foyer“. „Ich finde Theater wichtig und richtig, um uns Zuschauer zu beglücken und zu unterhalten, zu empören und zum Nachdenken zu bringen – über uns und unser Sein und gelegentlich über das große Ganze“.

