Michael Sommer

Pate des Konzertabends mit der NJO Summer Academy - Orchestra of the 19th Century (International) am 6. August 2008

Vergnügungssteuerpflichtig war er nicht gerade in den letzten Jahren, der Job des deutschen „Arbeiterführers“. Schon bald nach der Wahl von Michael Sommer zum DGB-Chef im Mai 2002 entschloss sich Bundeskanzler Gerhard Schröder zu einer ziemlich radikalen Kehrtwende in seiner Politik, rief die „Agenda 2010“ aus und setzte die „Hartz-Gesetze“ durch. Viele Gewerkschafter waren empört. Einige gründeten die WASG und traten später mit Oskar Lafontaine zur Linkspartei über, wo der ehemalige SPD-Vorsitzende jetzt genüsslich den „wahren Arbeiterführer“ gibt. Nicht leicht für den „studierten Malocher“, überzeugten Gewerkschafter und weiterhin treuen SPD-Mann Michael Sommer, da Kurs zu halten. Doch der ist Überzeugungstäter. Und weiß, was man mit Arbeit und einem „langen Atem“ erreichen kann.

1952 in „kleinen Verhältnissen“ geboren, finanzierte er sich sein Politologie-Studium an der FU durch Jobs bei der Post, in der Paket- und Eilzustellung. Über die Postgewerkschaft fand Michael Sommer den Weg an die Spitze von ver.di und DGB. Und kämpft für seine Sicht der „Sozialen Marktwirtschaft“: Sie sei „nicht durch die Politik der Linken in Gefahr. Es gibt bei der Linken sicherlich Kräfte, die gegen die soziale Marktwirtschaft sind, aber gefährlich sind die nicht. Ich sehe die soziale Marktwirtschaft im Moment sehr gefährdet durch Manager, die hohe Renditen erwirtschaften, viel verdienen, sich nicht an die Steuerpflicht halten und dann auch noch meinen, in Zeiten, in denen es ihrem Unternehmen gut geht, Leute rausschmeißen zu müssen. Das halte ich für eine Kriegserklärung an die soziale Marktwirtschaft.“