Günter Struve
Günter Struve ist fest davon überzeugt, dass die besten Menschen der Welt von der Küste kommen - und speziell aus Schleswig-Holstein. Der ARD-Programmdirektor liebt seine Heimat mit der Inbrunst derer, die ihr ganzes Erwachsenen-Leben im Exil verbracht haben: Er war der "junge Mann" des Berliner Regierenden Bürgermeisters Willy Brandt, brachte es hier schnell zum Sprecher des Senats und zum Staatssekretär für kulturelle Angelegenheiten. Es folgten lange Jahre als WDR-Fernsehdirektor in Köln,
seit 10 Jahren ist er nun Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen in München und gilt als der "Quotenmann" der ARD. Der Erfolg des "Ersten" sei zu 75% ihm zu verdanken, geben selbst Kritiker zu, die ansonsten Sorge haben, Struves Programmpolitik sei manchmal zu "publikumsnah" für öffentlich-rechtliches Fernsehen. "Sie können mich einen Lobbyisten für den mainstream nennen," sagt er dann mit sanfter Arroganz. Dabei ist Struve durchaus ein Kulturmensch, geht viel in die Oper, liebt klassische Musik und freut sich über das Schleswig Holstein Festival, das Kultur in Ecken seiner Heimat gebracht habe, wo es "vorher nur Feuerwehrkapellen" gab.

