Graf Lambsdorff
Hagen Graf Lambsdorff ging 1991 als erster deutscher Botschafter nach Riga - das Sowjet-Imperium war gerade zusammengebrochen und Lettland unabhängig geworden. So manche fanden die Entscheidung des damaligen
Bundesaußenministers Genscher, ausgerechnet ihn nach Riga zu schicken,reichlich riskant. Schließlich gehörte seine Familie seit dem frühen Mittelalter, als der Deutsche Ritterorden den Osten kolonisierte, zur herrschenden Oberschicht im lettischen Gebiet. Würde schon der Name
Ressentiments gegen die Deutschen wecken? Das Gegenteil war der Fall. "Wenn uns die großen alten deutschen Familien helfen wollen, unser Land aufzubauen, sind sie herzlich willkommen", wurde ihm gesagt. Hagen Graf
Lambsdorff zeigte auf dem Posten in Riga ähnliches Engagement, Fingerspitzengefühl und diplomatisches Geschick wie sein Bruder Otto bei den Verhandlungen über die Entschädigung der Zwangsarbeiter. Zum Abschluss
seiner Karriere war Hagen Graf Lambsdorff von 1999 bis 2001 deutscher Botschafter in Prag.

