Adrienne Goehler
Adrienne Goehler ist am 16. Juni 2001 - wie aus dem Nichts - als Senatorin für Kultur und Wissenschaft im rot-grünen Übergangssenat auf der Hauptstadtbühne aufgeschlagen und hat bewiesen, dass sich in vier Monaten eine Menge bewegen lässt, wenn man bloß frech, unbefangen und unbeirrt genug
ist. "Die Käseglocke ist weg", stellte die frühere Präsidentin der Hamburger Kunsthochschule schon nach wenigen Wochen befriedigt fest, "die Dialogunfähigkeit der Berliner Kulturinstitutionen" aufgeknackt. In ihrer kurzen Amtszeit brachte sie mit Hilfe ihrer erfahrenen Staatssekretärin Alice Ströver unter anderem die Philharmoniker-Stiftung und die Verträge mit
Simon Rattle und Daniel Barenboim unter Dach und Fach. Als Kuratorin des Hauptstadtkulturfonds wird sie in Zukunft weiter Weichen stellen können für Berlin: "Einerseits ist Berlin eine Stadt, die sich mit rasender Geschwindigkeit verändert, andererseits gibt es hoffnungslos verfestigte
politische Strukturen. Ich kenne viele New Yorker Künstler, die ihre abgesteckten Bezirke leid sind und nach Berlin kommen, weil es hier mehr Freiräume gibt. Die politische Sicht auf die Kultur als 'Kostgänger' ist dem diametral entgegengesetzt."

